Christian Kohlund: Vom Theaterkind aus Basel zum Gesicht des „Zürich-Krimi“

Es gibt nicht viele Schauspieler, die vier Jahrzehnte deutschsprachiger Fernsehgeschichte in einer einzigen Filmografie vereinen. Christian Kohlund gehört dazu: „Die Schwarzwaldklinik“ in den Achtzigern, „Das Traumhotel“ in den Nullerjahren, seit 2016 der Anwalt Thomas Borchert im „Zürich-Krimi“ — und 2026 der Alpöhi in der neuen „Heidi“-Verfilmung. Im August 2025 feierte der Schweizer seinen 75. Geburtstag, ans Aufhören denkt er nicht. Ein Blick auf ein Leben, das auf der Bühne begann, lange bevor Kohlund selbst auf ihr stand.

Geboren in eine Theaterdynastie

Christian Kohlund kam am 17. August 1950 in Basel zur Welt — als jüngstes Mitglied einer Familie, in der Theater seit Generationen Beruf ist. Sein Großvater Ekkehard Kohlund arbeitete als Schauspieler, Regisseur und Theaterleiter. Sein Vater Erwin Kohlund war ein bekannter Schweizer Schauspieler und Theaterregisseur, seine Mutter die Schauspielerin Margrit Winter, eine der angesehensten Bühnenkünstlerinnen der Schweiz. Auch seine ältere Schwester Franziska Kohlund (1947–2014) machte sich als Schauspielerin und Regisseurin einen Namen — unter anderem als erste Frau, die die Altdorfer Tellspiele inszenierte.

Schon als Kind verbrachte Christian Kohlund viel Zeit am Schauspielhaus Zürich, wo seine Eltern arbeiteten. Die Berufswahl war damit fast vorgezeichnet: Seine Ausbildung absolvierte er am renommierten Max-Reinhardt-Seminar in Wien, der Kaderschmiede des deutschsprachigen Theaters.

Theaterjahre und der Sprung zum Film

In den 1970er- und 1980er-Jahren stand Kohlund in klassischen Stücken auf großen Bühnen in Zürich, Wien, Berlin und München. Er blieb dabei nicht nur Darsteller: Als Regisseur inszenierte er Stoffe von Hemingway und Kleist. Mit dem Ein-Personen-Stück „Im Zweifel für den Angeklagten“ über den amerikanischen Strafverteidiger Clarence Darrow verband er später beides — erst als Regisseur, dann selbst in der Rolle.

Der Film ließ nicht lange auf sich warten: 1973 spielte Kohlund im Oscar-nominierten Kinofilm „Der Fußgänger“ an der Seite von Maximilian Schell. Es folgten Produktionen wie „Das chinesische Wunder“ (1977) mit Heinz Rühmann und die Thomas-Mann-Verfilmung „Unordnung und frühes Leid“ (1977).

Der Durchbruch: „Die Schwarzwaldklinik“

Zum Fernsehstar wurde Christian Kohlund Mitte der Achtziger: In der ZDF-Kultserie „Die Schwarzwaldklinik“ spielte er von 1986 bis 1989 in 35 Episoden den Professor Alexander Vollmers — und wurde damit einem Millionenpublikum bekannt. Die Serie zählte zu den erfolgreichsten deutschen Produktionen ihrer Zeit, und Kohlunds markante Erscheinung — 1,90 Meter groß, dazu eine tiefe, sonore Stimme — machte ihn zu einem der beliebtesten Gesichter des deutschen Fernsehens. Seine Stimme bezeichnete er gegenüber der Deutschen Presse-Agentur einmal augenzwinkernd als Familienerbe — und stellte klar: „Auf jeden Fall keine Whiskey-Stimme!“

In den Folgejahren war Kohlund in nahezu allen großen deutschen TV-Reihen zu Gast, darunter „Derrick“, „Der Alte“, „Ein Fall für zwei“, „Tatort“, „Das Traumschiff“ und „Klinik unter Palmen“.

Weltreisender im Auftrag des ZDF-Publikums: „Das Traumhotel“

Von 2004 bis 2014 übernahm Kohlund seine wohl entspannteste Hauptrolle: In 20 Filmen der ARD-Reihe „Das Traumhotel“ spielte er den Hotelmanager Markus Winter, der in Luxushäusern rund um den Globus die Probleme seiner Gäste löste. Gedreht wurde an Traumschauplätzen von Thailand über Mauritius und China bis Brasilien und Chile — ein Jahrzehnt Fernweh-Fernsehen, das die Reihe zum Dauerbrenner im Wiederholungsprogramm machte.

Zwischen 2018 und 2019 war Kohlund zudem in 28 Folgen der ZDF-Erfolgsreihe „Der Bergdoktor“ als Ludwig Gruber an der Seite von Hans Sigl zu sehen.

Seit 2016: Anwalt Borchert im „Zürich-Krimi“

Mit 66 Jahren gelang Kohlund etwas, das im Fernsehgeschäft selten ist: eine neue Paraderolle. Seit 2016 spielt er in der ARD-Reihe „Der Zürich-Krimi“ den Anwalt Thomas Borchert — einen unkonventionellen Juristen, der nach einem Skandal in die Schweiz zurückkehrt und dort ohne Zulassung, aber mit umso mehr Prinzipien ermittelt. Bis 2025 entstanden bereits über 20 Folgen, und Kohlund hat die Figur mehrfach als seine Lieblingsrolle bezeichnet — gerade weil Borchert kein glatter Strahlemann ist.

Und die Karriere geht weiter: 2026 ist Kohlund in der neuen „Heidi“-Verfilmung von RTL und SRF als Alpöhi zu sehen — ausgerechnet in der wohl schweizerischsten Rolle überhaupt.

Privat: Elke Best, zwei Kinder, zwei Enkel

So präsent Kohlund auf dem Bildschirm ist, so konsequent schützt er sein Privatleben. In dritter Ehe ist er seit 1982 mit der früheren Schlagersängerin Elke Best verheiratet; zuvor war er mit der Schauspielerin Christine Buchegger und der ehemaligen Bond-Darstellerin Sylvana Henriques verheiratet. Mit Elke Best hat er zwei Kinder: Tochter Francesca Kohlund und Sohn Luca. Beide haben sich bewusst gegen ein Leben in der Öffentlichkeit entschieden.

Inzwischen ist Kohlund zweifacher Großvater — zwei Enkelsöhne, wie er der Deutschen Presse-Agentur im November 2024 bestätigte. Das Ehepaar lebt zurückgezogen im Bayerischen Wald in der Nähe von Passau. Ans Aufhören denkt der Schauspieler trotz seines Alters nicht: Gute Rollen für Männer seiner Generation seien rar, umso dankbarer sei er, weiter arbeiten zu dürfen.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie alt ist Christian Kohlund? Christian Kohlund wurde am 17. August 1950 in Basel geboren und ist damit 75 Jahre alt.

Wer ist die Ehefrau von Christian Kohlund? Seit 1982 ist er in dritter Ehe mit der früheren Schlagersängerin Elke Best verheiratet. Das Paar hat zwei Kinder und lebt im Bayerischen Wald.

Welche Rolle spielt Christian Kohlund im Zürich-Krimi? Er spielt seit 2016 den Anwalt Thomas Borchert, die Hauptfigur der ARD-Krimireihe „Der Zürich-Krimi“.

Hat Christian Kohlund Kinder? Ja, zwei: Tochter Francesca und Sohn Luca. Beide leben privat und treten nicht öffentlich in Erscheinung. Er hat außerdem zwei Enkelsöhne.

War Christian Kohlund in der Schwarzwaldklinik? Ja, von 1986 bis 1989 spielte er in 35 Episoden den Professor Alexander Vollmers.

Ist Christian Kohlund Schweizer oder Deutscher? Er ist Schweizer, geboren in Basel. Er lebt heute jedoch in Deutschland, im Bayerischen Wald bei Passau.

Fazit

Christian Kohlund ist einer der wenigen Schauspieler, deren Karriere sich über fünf Jahrzehnte deutschsprachiges Fernsehen spannt — vom Theaterkind aus einer Basler Bühnendynastie über die „Schwarzwaldklinik“ und das „Traumhotel“ bis zur späten Paraderolle als Anwalt Borchert. Dass mit „Heidi“ 2026 das nächste Kapitel folgt, passt zu einem Mann, für den Aufhören schlicht keine Option ist.

Shaun Friedman
Shaun Friedmanhttps://dertribune.de/
Shaun Friedman ist Chefredakteur von Der Tribune. Er berichtet über Breaking News, Promi-Nachrichten, Technologie, Sport und alles, was in Deutschland und der Welt passiert.

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